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Um die Geschichte unserer Gesellschaft zu verstehen,
muss man die historischen Gegebenheiten in der Zeit
ihrer Gründung, insbesondere die damalige Situation
in Deutschland, sowie das Leben unseres Gründers
Pater Franziskus Jordan betrachten.

Zwei wichtige Faktoren prägten die Kirche in Deutschland im 19. Jahrhundert: Die Säkularisation und der Kulturkampf. Zu Beginn des Jahrhunderts wurden unter Napoleon fast alle Konvente in Deutschland säkularisiert. Die Klöster wurden aufgelöst und ihr Besitz verstaatlicht oder verkauft. Die Kirche wurde an der normalen Ausübung ihrer pastoralen Aufgaben gehindert und eine zuvor blühende monastische Kultur wurde zerstört. Der preußische Staat, der im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer mehr erstarkte, begann mit einer politischen Konfliktstrategie gegen die Katholische Kirche, die als Kulturkampf bezeichnet wird. Er verabschiedete Gesetze mit dem Ziel, die Macht und den Einfluss der Kirche zu beschränken. So sah sich die Kirche in ihren praktischen Aufgaben und in ihrer pastoralen Tätigkeit zunehmend staatlich beschränkt.

Pater Jordan hatte zunächst nicht die Absicht, eine Ordensgemeinschaft zu gründen. Aber er wollte die Auswirkungen des Kulturkampfes umkehren und dies erforderte etwas sehr Radikales und Weitreichendes; es ging buchstäblich darum, die gesamte Kirche zu erneuern. Sein Ziel war es, den Menschen seines Volkes Christus zurückzugeben. Ein außergewöhnlicher missionarischer Eifer erfasste ihn; eine alles umfassende Leidenschaft. Seine Liebe zu Gott und zur Menschheit war so überwältigend, dass er unverzüglich ans Werk gehen und alles Erdenkliche tun wollte, um dieses Anliegen an Ort und Stelle zu verwirklichen.

Zuerst musste er einige Verbündete finden – Menschen, die ihn verstehen und in seiner Aufgabe unterstützen würden. Vor allem suchte er nach Priestern, die in der Lage sein würden, seinen Plan aufzugreifen. Bald fand er Pater Bonaventura Lüthen, einen deutschen Landsmann, der in diesen frühen Anfängen zu seinem engsten Mitarbeiter und Freund wurde. Kurze Zeit später fand er mehrere andere Priester, die bereit waren, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Jordan hatte vor, eine Gesellschaft mit drei Graden zu gründen: Zum Ersten Grad sollten Männer und Frauen gehören, die sich ganz der Gesellschaft und ihrem Dienst weihen und die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ablegen würden. Die Mitglieder des Zweiten Grades sollten gebildete Personen sein, also Menschen, die einen Einfluss in der Kirche und in der Gesellschaft ausüben konnten – Wissenschaftler, Künstler, Intellektuelle, Journalisten usw. Der Dritte Grad war für alle Personen gedacht, die bereit waren, ein gutes Leben als Christen zu führen und die Ziele der Gesellschaft zu fördern.

Pater Jordan sah es als sehr wichtig an, seine Gesellschaft in Rom – im Herzen der Kirche – zu etablieren; deshalb bezog er das Haus der Heiligen Birgitta in der Piazza Farnese, wo er eine Druckerpresse einrichtete und mit der Veröffentlichung der Monatsschrift Der Missionär begann. Am 8. Dezember 1881 legten Pater Jordan und drei andere Priester in der Kapelle von St. Brigida in Rom private Gelübde als Mitglieder der Apostolischen Lehrgesellschaft ab. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Salvatorianer.

Die Apostolische Lehrgesellschaft zog bald weitere Mitarbeiter an und die Räumlichkeiten von St. Brigida wurden zu klein. Zu seiner großen Freude konnte Pater Jordan Räume unmittelbar neben dem Petersplatz im Palazzo Moroni am Borgo Veccio 165 (heute Via della Conciliazione 51) mieten. Die Absicht, Diözesanpriester einzubeziehen, ließ sich nicht verwirklichen, aber schon bald war das Mutterhaus von möglichen Kandidaten erfüllt. Sein Konzept einer Gesellschaft mit drei Graden wurde als zu progressiv angesehen. Die Kirche gab nur dem Ersten Grad ihre Anerkennung, der im Sinne einer Ordensgemeinschaft mit völlig getrennten Zweigen für Frauen und Männer aufgebaut sein sollte.

Der Name „Apostolische Lehrgesellschaft“ galt als kontrovers, da das Papsttum den Titel „apostolisch“ für sich beanspruchte. Der Name wurde in „Katholische Lehrgesellschaft“ und später in „Gesellschaft des Göttlichen Heilandes (auf Lateinisch: Societas Divini Salvatoris) geändert, und seither ist die Gesellschaft unter der Bezeichnung „Die Salvatorianer“ bekannt. Diese Namensänderung war ein glücklicher Umstand, denn die neue Gesellschaft bezog ihren Namen nun nicht mehr von ihren Aktivitäten, sondern von ihrem höchsten Ideal: Christus selbst, dem Heiland der Welt. Er ist unser Vorbild und zu ihm möchten wir andere Menschen hinführen.

Von Anfang an war Jordan darauf bedacht, in den Dienst der Gesellschaft auch Frauen einzubeziehen. Er gründete eine Schwesterngemeinschaft unter der Leitung von Francesca Streitel, doch schon bald stellen sich Schwierigkeiten ein. Offenbar stimmte sie nicht völlig mit den Ideen des Gründers überein und wollte, dass die Schwestern dem franziskanischen Ritus der Strikten Observanz folgten. Diese Gruppe von Schwestern wurde 1886 von Pater Jordan getrennt und existiert bis heute als Gemeinschaft der Addolorata-Schwestern.

Jordan stand seit längerem in Kontakt mit Therese von Wüllenweber, die seit 1882 ein Mitglied des Ersten Grades war und darauf wartete, dass er sie nach Rom rief. Als sie 1888 kam, übertrug Jordan ihr die Verantwortung für die neue Gründung in Tivoli: die Schwestern des Göttlichen Heilands. Therese wählte den Ordensnamen „Maria von den Aposteln“, der ihre innige Verbundenheit mit dem apostolischen Geist der Ideen Jordans erkennen lässt. Tatsächlich gab es eine bemerkenswerte Übereinstimmung in ihrer Sicht, und sie erwies sich als eine treue Mitarbeiterin und weise Oberin für die Schwestern. 1968 wurde sie seliggesprochen.

Sobald die kirchliche Approbation für die Gesellschaft vorlag, machte sich Jordan energisch ans Werk, eine Reihe neuer Häuser der Gesellschaft zu gründen. An dieser Stelle ist nur eine kurze Zusammenfassung möglich. Einen enormen Auftrieb erfuhren die Salvatorianer, als die Kongregation für die Glaubensverbreitung Pater Jordan bat, die Verantwortung für ein weitläufiges neues Missionsgebiet in Assam im Nordosten Indiens zu übernehmen. Schon 1890 schickte er seine ersten Missionare nach Assam, obwohl er kaum auf diese Männer verzichten konnte. 1892 begann er mit Gründungen in den Vereinigten Staaten und in Österreich. Dann folgten: Äquador-Kolumbien (1893), die Schweiz (1894), die Tschechoslowakei (1895), Brasilien (1896), Rumänien (1898), Belgien, Polen und Jugoslawien (1900), England (1901) und Deutschland (1915). Im Laufe seines Lebens etablierte Pater Jordan die Gesellschaft also in 14 verschiedenen Ländern. Dies war in der Tat das Ergebnis unermüdlicher Aktivität und vieler langer Reisen des Gründers.

Seither hat sich unsere Gesellschaft in der ganzen Welt ausgebreitet und verkündet überall Jesus Christus als den einzigen Heiland der Welt.

 

Franciscus Jordan

Alles

aber durch Ihn, mit Ihm und für Ihn. Alle Völker, Stämme, Nationen und Sprachen Verherrlichet den Herrn, unsern Gott!

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